Montag, November 20. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.16, NO.37 | ISSN 2366-6781
Zigarren Feld Deckblatt Pflanze

Zigarrenhersteller beklagen Knappheit an Deckblätter

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Der treue Zigarrenkonsument hat es vielleicht schon bemerkt.

Seit einigen Monaten gibt es Probleme mit der Verfügbarkeit bestimmter Habanos-Produkte. Davon ist in besonderem Maße die Marke Cohiba betroffen. Dies ist im Jahr des 50jährigen Jubiläums dieser Habanos-Spitzenmarke natürlich um so bedauerlicher. Der Grund für die aktuellen Probleme liegt im Tabakanbau begründet und nicht etwa darin, wie gelegentlich vermutet wird, dass in Cuba bereits Ware für eine mögliche Öffnung des US-Marktes „gesammelt“ würde.

Es gab in den vergangenen drei Jahren in der gesamten Karibik durch globale Klimaphänomene wie „El Niño“ größere Ernteausfälle, die besonders die Deckblattproduktion betrafen. Durch häufigen Starkregen in der Wachstumsphase werden die Pflänzlinge aus den Feldern gespült und müssen dann jeweils wieder nachgepflanzt werden. Da die Ernte aber bis Mitte März eingebracht werden muss, reicht dann die Zeit nicht mehr, um auf größeren Flächen eine Nachpflanzung vorzunehmen.

Da man im hochpreisigen Marktsegment keine Zigarren mit nicht ausreichender Qualität der Deckblätter auf den Markt bringen möchte, musste die Produktion von großformatigen und hochwertigen Zigarren wie z.B. auch der Marke Cohiba reduziert werden. Einlagetabake, Umblatt und Deckblätter von „normaler“ Qualität sind davon nicht betroffen und stehen in ausreichender Menge zur Verfügung. Diese Situation ist übrigens in anderen Tabakanbauländern ähnlich.

Die internationale Zigarrenindustrie ist weltweit mit einer Knappheit an Deckblatt konfrontiert, dies insbesondere auch als Folge der Umstellung der Produktion von sog. Eco-Cigarillos von rekonstituiertem Deckblatt auf Naturdeckblatt als Folge der in der EU neuen gesetzlichen Definition von Zigarren und Zigaretten.

Aktuell unternimmt die cubanische Landwirtschaft gewaltige Anstrengungen, um diese Situation für die Zukunft zu verbessern. In diesen Sektor und die gesamte Zigarrenproduktion wird deshalb nun massiv investiert, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Natürlich spielt dabei auch die mögliche Öffnung des US-Marktes eine Rolle, jedoch hat diese keine Priorität.

Bis auf weiteres müssen die Händler und Habanos-Importeure weltweit mit der gegenwärtigen Knappheit bei bestimmten Marken und Formaten leben. Ein Phänomen, das für Produkte geschützter Herkunft, die nicht industriell in beliebiger Menge produziert werden können, typisch ist. Wir freuen uns dennoch, dass es uns durch vorausschauende Einkaufspolitik, eine Vergrößerung unseres Lagers und erhebliche Investition in Ware gelungen ist, eine unter den gegebenen Voraussetzungen bestmögliche Verfügbarkeit sicherzustellen. | Credit: 5th Avenue

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Seit jeher gilt die Zigarre in der Gesellschaft als Zeichen von Macht und Erfolg. Der Wunsch nach einer guten Zigarre ist mindestens so alt wie die Tradition der Zigarren überhaupt.

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