Zigarre Cigar

InterTabac 2018: Bundesverband der Zigarrenindustrie betont die Sonderstellung von Zigarren und Zigarillos

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Auch auf der diesjährigen InterTabac in Dortmund – der weltgrößten Tabakmesse – zeigen die Aussteller auf ihren Ständen die ganze Vielfalt an Zigarren und Zigarillos.

Es wird den fachkundigen Besuchern ersichtlich, dass es sich hierbei um ein einzigartiges Kulturgut und einen Genussartikel handelt.

Im Rahmen der Pressekonferenz stellt Bodo Mehrlein – Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie – klar, dass Zigarren und Zigarillos eine Sonderstellung in der Tabakregulierung einnehmen, da es sich hierbei um ein Tabakprodukt handelt, welches meist nur von Erwachsenen in gehobenem Alter und auch nur gelegentlich geraucht wird. Aus diesem Grunde werden Zigarren und Zigarillos in einigen Fällen von strengeren Regulierungsmaßnahmen ausgenommen.

Auf vollkommenes Unverständnis und große Sorgen stoßen in der Zigarrenbranche allerdings die anstehenden Maßnahmen zu Errichtung eines Systems der Rückverfolgbarkeit, auch „Track & Trace“ genannt, welches für Zigaretten und Feinschnitt im Mai 2019 und für Zigarren und Zigarillos erst im Mai 2024 umgesetzt werden muss.

Dieses System, welches den Tabakschmuggel bekämpfen soll, stellt für Zigarren und Zigarillos eine absolut unverhältnismäßige Maßnahme dar, da es bei diesen Produkten keinen Tabakschmuggel gibt, die Umsetzung aber gravierende wirtschaftliche Auswirkung auf die mittelständische Zigarrenindustrie haben wird, so dass in letzter Konsequenz solche Maßnahmen nur zu einer weiteren Konzentration auf dem Tabakmarkt zu Lasten der kleinen und mittelständischen Familienunternehmen führen wird.

Der Bundesverband der Zigarrenindustrie mahnt an, dass bei den europäischen Durchführungsrechtsakten die EU-Kommission gegen das Prinzip einer Harmonisierung des Binnenmarktes verstoßen und weitere Handelshemmnisse besonders für mittelständische Unternehmen aufgebaut hat. Anstatt einheitliche Standards, eine einzige Ausgabestelle für die zu verwendenden Codes und ein harmonisiertes Sicherheitsmerkmal festzulegen, können diese Kriterien von den Mitgliedsstaaten selber festgelegt werden. Somit entsteht ein europäischer Flickenteppich an Regulierungsmaßnahmen, der dazu führt, dass besonders die exportorientierte deutsche Zigarrenindustrie in ihrem wirtschaftlichen Handeln behindert wird.

Absatz von Zigarren und Zigarillos laut Statistischem Bundesamt rückläufig

Das Statistische Bundesamt hat mit seiner Pressemeldung über den Absatz von Tabakwaren im Kalenderjahr 2017 berichtet. Für Zigarren und Zigarillos wird ein Rückgang von 7,4 Prozent und ein Volumen von 2,823 Mrd Stück nach 3,049 Mrd. Stück im Vorjahr ausgewiesen.

Der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ), der die Interessen der mittelständisch
strukturierten Hersteller, Importeure und Vertreiber von Zigarren und Zigarillos vertritt, betont,
dass es sich bei diesen Zahlen nur um den Bezug von Steuerzeichen handelt, in denen auch
die niedrigpreisigen ECO-Zigarillos enthalten sind. Dieses Marktsegment hat sich in den letzten
Jahren stark rückläufig gezeigt, während sich der Absatz von traditionellen Zigarren und
Zigarillos mit einem Marktvolumen von ca. 1,1 Mrd. Stück im zurückliegenden Kalenderjahr
stabil entwickelt hat.

Traditionelle Zigarren und Zigarillos bleiben ein Genussartikel in der Nische

Bodo Mehrlein, Geschäftsführer vom Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ), weist darauf hin,
dass sich der Absatz von Zigarren und Zigarillos einschließlich der niedrigpreisigen Ecozigarillos in den letzten Jahren durch verschiedene finanzpolitische Maßnahmen wie die Einführung der Mindeststeuer und die Änderung der Produktdefinition deutlich reduziert hat. Die Absatzzahlen aus dem Jahre 2007 haben sich durch die Reduzierung der ECO-Zigarillos mehr als halbiert, während sich der traditionelle Markt seit vielen Jahren in einer stabilen bzw. leicht rückläufigen Verfassung
zeigt.

In diesem Zusammenhang macht Herr Peter Wörmann. Vorsitzender des BdZ und selber
Zigarrenhersteller in Bünde, auch deutlich:“ Zigarren und Zigarillos sind Genussartikel und
werden hauptsächlich von Männern gehobenen Alters und meist nur gelegentlich geraucht – ein
Jugendschutzproblem liegt bei diesen Produkten also nicht vor. Dies wurde auch durch den erst
kürzlich veröffentlichen Eurobarometer 2017 der EU-Kommission belegt. Aus diesem Grunde
sollte das Kulturgut Zigarre auch von weiteren strengeren Regulierungsmaßnahmen
ausgenommen werden.“

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