Montag, November 20. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.17, NO.35 | ISSN 2366-6781
Domenico Scala

Ex-Präsident des Fifa-Vergütungsausschusses folgt Andreas Schmid bei Oettinger Davidoff AG

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Der Verwaltungsrat der Oettinger Davidoff AG hat Domenico Scala (52) zum neuen Präsidenten ernannt.

Nach zehnjähriger Zugehörigkeit zum Verwaltungsrat der Oettinger Davidoff AG wird sich Andreas Schmid (60), Präsident und Mitaktionär der Gesellschaft, aus dem Gremium zurückziehen, um sich auf seine weiteren Mandate für verschiedene global tätige Unternehmen und seine eigenen unternehmerischen Tätigkeiten zu konzentrieren.

Domenico Scala war unter anderem verantwortlich als CFO von Syngenta sowie als CEO von Nobel Biocare, bis Mitte 2016 leitete er zudem die unabhängige Audit & Compliance Kommission der FIFA. Aktuell ist er Verwaltungsratspräsident von Basilea Pharmaceutica und BAK Basel Economics, Präsident von BaselArea, Beirat der Tufts University in Boston sowie Mitglied des Bankrates der Basler Kantonalbank.

Im Rahmen der laufenden Verjüngung der operativen Führung hat der Verwaltungsrat zudem den bisherigen COO der Gruppe, Beat Hauenstein (50), zum CEO ernannt. Hauenstein tritt die Nachfolge von Hans-Kristian Hoejsgaard (59) an, der sich entschieden hat, das Unternehmen nach siebenjähriger Tätigkeit zu verlassen. Er wird sich künftig seinen Verwaltungsrats- und Beratungsmandaten ausserhalb des Unternehmens widmen. Der Verwaltungsrat dankt Andreas Schmid und Hans-Kristian Hoejsgaard für ihre langjährige und erfolgreiche Arbeit für das Unternehmen und wünscht beiden beruflich wie privat alles Gute.

Domenico Scala war bis Mitte 2016 Präsident des unabhängigen Fifa-Vergütungsausschusses. Scala verließ die Fifa nach einem Zerwürfnis mit dem Fifa Management.

Die Nachkommen des 2009 verstorbenen Firmengründers Dr. Ernst Schneider wussten durch die Beteiligung von Andreas Schmid dessen internationale Expertise im Geschäft mit globalen Marken und Premiumprodukten im Aktionariat vertreten. Andreas Schmid hat auch die Übergabe der Verantwortung für das Unternehmen zwischen den Generationen begleitet und zur entsprechenden Kontinuität in der Führung des Familienunternehmens beigetragen. Er hat sich in diesem Zusammenhang an der Oettinger Davidoff AG beteiligt und dem Unternehmen weiterhin als Präsident vorgestanden. An der Mehrheitsposition der Familieneigentümer änderte sich nichts.

Unter der Führung von Andreas Schmid wurde das Management der Gruppe weitgehend erneuert und das Unternehmen während den letzten Jahren einer strategischen Neuausrichtung mit Konzentration auf das Kerngeschäft unterzogen. Zudem ist die Marke Davidoff mit einem aufwendigen Programm und grossem Erfolg international neu lanciert worden.

Die Oettinger Davidoff AG mit einem Umsatz von 1,23 Milliarden Schweizer Franken und über 3’500 Beschäftigten auf der ganzen Welt ist in zwei unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig. Während sich die Grosshandels-, Vertriebs- und Logistikaktivitäten auf den Schweizer Markt konzentrieren, ist das Kerngeschäft, nämlich die Herstellung, die Vermarktung und der Verkauf von Premium Cigarren, Tabakprodukten und Accessoires im Einzelhandel global ausgerichtet. Die Oettinger Davidoff AG ist stark in der «crop-to-shop»- Philosophie verwurzelt und verfolgt damit den Ansatz einer vertikalen Integration, von den Tabakfeldern in der Dominikanischen Republik und in Honduras bis hin zu dem weltweiten Netzwerk von 65 Davidoff Flagship Stores.

Trotz des anspruchsvollen Marktes hat Oettinger Davidoff es geschafft, den Handel mit Zigarren und seine weltweit vorherrschende Stellung weiter auszubauen

Die Oettinger Davidoff AG, weltweit führender Anbieter von Premium Zigarren, konnte ihre Stellung auf dem globalen Markt trotz der anhaltend herausfordernden Bedingungen während des Geschäftsjahres 2016 weiter ausbauen. Auf strategischer Ebene machte das Unternehmen mit Hauptsitz in Basel durch den Verkauf der Contadis AG einen weiteren grossen Schritt nach vorne und kam seinen ständigen Bestrebungen nach, sich am Hauptgeschäft auszurichten. Der Gesamtumsatz des Finanzjahres 2016 stieg auf Vergleichsbasis um +8,2 % auf 595 Millionen CHF, wobei die Kernmarke Davidoff um hervorragende 20 % zulegte. 2016 wurde die neue Camacho Fabrik in Honduras fertiggestellt, und es wurde eine Mehrheitsbeteiligung an Bluebell Cigars Asia sowie eine Minderheitsbeteiligung an der chinesischen Sparkle Roll Cigars Co. erworben.

«2016 war ein schwieriges Jahr für die Zigarrenindustrie, weil sowohl die EU als auch die USA neue und teure Anti-Tabak-Vorschriften einführten. Wir sind sehr zufrieden mit den dauerhaft zweistelligen Wachstumsraten von Davidoff und der Zunahme unseres Marktanteils, aber wir haben nicht alle Ziele für 2016 erreichen können», kommentierte CEO, Hans-Kristian Hoejsgaard, mit Bezug auf den Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres. Durch den Verkauf der Aktivitäten von Contadis sank der Umsatz von Oettinger Davidoff im Jahr 2016 um fast die Hälfte.

Ausgliederung des Grosshandels von Contadis

Wie letztes Jahr angekündigt, wurden der Grosshandel und die Logistik der Contadis AG von Lekkerland Schweiz übernommen und das Logistik-Betriebsgelände der Contadis AG in Oberentfelden in der Schweiz wurde verkauft. Damit konnte Oettinger Davidoff nicht nur einen wichtigen strategischen Schritt in Richtung Pure-Play-Unternehmen abschliessen – das Hauptgeschäft liegt dabei auf Zigarren und Tabakzubehör sowie internationalen Generalvertretungen – sondern auch auf Marktänderungen im Bereich Gross- und Einzelhandel in der Schweiz reagieren, insbesondere im Bereich Zigarettenvertrieb, dem Hauptgeschäft der Contadis AG.

Immer komplexere Anti-Tabak-Vorschriften in der EU und in den USA

Die regulatorischen Anforderungen werden im laufenden Jahr die Zigarrenindustrie in Europa und in den USA weiterhin vor Herausforderungen stellen. 2016 war gekennzeichnet von zusätzlichen gesetzlichen Einschränkungen in der Tabakbranche. Die neue EU-Tabakrichtlinie Nr. 2 (EU TPD2) trat am 20. Mai 2016 in Kraft. Die neuen Verpackungsspezifikationen in dieser Richtlinie verschärften die Komplexität und Compliance-Anforderungen, was mit beträchtlichen Zusatzkosten verbunden ist. Diese Richtlinie hatte signifikante Auswirkungen auf die regulatorische Landschaft.

In den USA trat am 8. August 2016 die neue Verordnung der FDA (US-Bundesbehörde für Lebens- und Arzneimittelsicherheit) in Kraft. Diese Rechtsvorschrift stellt die bislang strengste Verordnung dar, die jemals in den USA erlassen wurde, und ist für die Zigarrenindustrie extrem kostspielig. Sie verlangt eine Zulassung für alle Produkte, die seit 2007 auf den Markt gebracht wurden, und eine Vorabzulassung für neue Produkte, die ab dem 8. August 2016 am Markt eingeführt werden.

Asien

Durch die Gründung von Davidoff of Geneva Asia betont Oettinger Davidoff die Ausrichtung auf Asien noch stärker, nachdem bereits eine Mehrheitsbeteiligung an Bluebell Cigars Asia erworben worden war. Mit dem Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an Sparkle Roll Cigars China hat das Unternehmen in den Markt mit dem grössten Zukunftspotenzial investiert.

Neue Fabrik in Honduras eröffnet, um «Crop-to-Shop»-Philosophie weiter auszubauen

Oettinger Davidoff hat weiter in die «Crop-to-Shop»-Philosophie investiert. Nach dem Ankauf von Tabak-Plantagen in der Condega-Region in Nicaragua und im Jamastrán-Tal in Honduras kaufte das Unternehmen im Jahr 2015 ein Grundstück, auf dem eine neue Zigarrenmanufaktur in Danlí, Honduras, gebaut und im Januar 2017 eröffnet wurde. Mit dieser strategischen Massnahme reagierte das Schweizer Unternehmen auf die weltweit stark steigende Nachfrage nach seiner Kernmarke Camacho.

Hans-Kristian Hoejsgaard, CEO und Delegierter des Verwaltungsrates der Oettinger Davidoff AG, erklärt: «Diese Entwicklung stellt nicht nur einen Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens dar, sondern zeigt auch unsere globale «Crop-to-Shop»-Philosophie, da wir die vertikale Integration des Geschäfts forciert haben. Unsere Investitionen sind ein Spiegelbild des starken Wachstums von Camacho in den letzten fünf Jahren. Der weltweite Umsatz hatte sich verdoppelt, ebenso die Fertigungskapazität, die erforderlich ist, um Camacho weltweit weiter zu expandieren. Darüber hinaus freue ich mich besonders, dass wir einen grundlegenden Beitrag zur ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung von Honduras leisten können, indem wir über 500 Menschen in Danlí anstellen.»

Ausblick auf 2017: Hans-Kristian Hoejsgaard prognostiziert verschiedene Wachstumsmuster für die Hauptabsatzmärkte Europa, USA und Asien. «Wir erwarten ein herausforderndes und schwieriges Jahr 2017, weil unsere Kernmärkte, Europa und die USA, von neuen Beschränkungen betroffen sein werden und Einzelhändler sich in Erwartung klarer Verhältnisse zurückhalten. Wir sind aber zuversichtlich, durch starke Innovation und weltweite Handelsketten unseren Marktanteil weiter ausbauen zu können», so Hans-Kristian Hoejsgaard.

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