Sonntag, Dezember 05. 2021 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.17, NO.07 | ISSN 2366-6781
Havana

Arnold André – The Cigar Company feiert Jubiläum und weltweite Erfolge

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„Bünde (Westf) – die Zigarrenstadt“. Zugreisende, die in Bünde Station machen, werden mit diesem Bahnsteigschild freundlich begrüßt.

Arnold André – The Cigar Company hat maßgeblichen Anteil an diesem imagebildenden Aspekt der Kleinstadt im schönen Ostwestfalen. Seit 1851 ist der Zigarrenproduzent in Bünde ansässig. Der Name damals: Gebr. André Tabakfabrik. Gegründet wurde Arnold André aber schon 34 Jahre früher – 1817 in Osnabrück.

1905 wurde Bünde dann endgültig Stammsitz des Familienunternehmens. Die Firma Arnold André entwickelte sich kontinuierlich zu einem der bedeutendsten Zigarrenproduzenten in der Region. Der Durchbruch zu einem Unternehmen von nationaler Bedeutung erfolgte in den 1950er- und 1960er-Jahren.

Zwei Erfolgsfaktoren waren ausschlaggebend

Aufgrund der guten finanziellen Ausstattung und der ausgeprägten unternehmerischen Weitsicht konnte Arnold André 1958 sehr schnell und umfassend Nutzen aus der Aufhebung des 1933 verhängten sog. Maschinenverbots in der Zigarrenindustrie ziehen und die Produktion weitgehend auf maschinelle Fertigung umstellen. Zweiter Erfolgsfaktor war das enorme Wachstum der Marke HANDELSGOLD, der ersten national distribuierten Zigarrenmarke in Deutschland überhaupt.

Axel-Georg André
Axel-Georg André

Ihr Erfolg war riesengroß. Die Markenzigarre HANDELSGOLD wurde wie der VW-Käfer oder der Nierentisch zu einer Ikone des „Wirtschaftswunders“ im Nachkriegs-Deutschland. 1959 beschäftigte André über 6000 Menschen – ein historischer Höchststand. Die meisten Mitarbeiter in Bünde und den umliegenden Ortschaften waren als Heimarbeiter tätig und den sog. „Filialen“ der Firma André zugeordnet.

Die gleichbleibend starke Absatzentwicklung der HANDELSGOLD machte eine deutliche Ausweitung der Produktionskapazitäten notwendig. An zwei Standorten wurden neue Fabrikationen errichtet: 1958 in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen und 1962 in Königslutter (mit einer Erweiterung bereits in 1964), nahe der seinerzeitigen innerdeutschen Grenze, wo ein großes Arbeitskräftepotential verfügbar war und die staatliche Zonenrand-Förderung die Investition erleichterte. In Osterholz-Scharmbeck wurde bis 1992 produziert, danach die Fertigung in Königslutter konzentriert.

In den 70er Jahre wurde offenkundig, dass der „guten, alten Zigarre“ ein wenig die Luft ausging. Das Image hatte in den Zeiten der entstehenden Studentenbewegung und der Hippie-Kultur gelitten. Das jüngere, weniger gemütliche, aber moderne Cigarillo passte besser in das neue gesellschaftliche Klima.

1973 wurde die Marke CLUBMASTER lanciert. Diese Cigarillo-Serie traf auf Anhieb den Nerv der Zeit. Bis heute ist sie der genussvolle Ausdruck eines urbanen Lebensstils, und gehört zu den absatzstärksten Cigarillomarken im In- und Ausland.

In jenes Jahrzehnt fiel auch die Übernahme der Bünder Zigarrenfabrik

ELBACO (L. Bastert & Co, 1970.), eines Spezialisten für Sumatra Qualitätszigarren in höheren Preislagen. 1980 kam die Friedrich GARVES KG aus Alverdissen zu Arnold André, bekannt für seine Brasil-Zigarren.

Aber noch weitere Eigen-Marken lassen sich mit Arnold André verknüpfen. So zählt die meistverkaufte Zigarre Deutschlands, die TROPENSCHATZ ebenso dazu wie die im Jahr 1998 eingeführte Marke INDEPENDENCE. Mit dieser modernen weil unkonventionell designten Zigarre erschloss das Unternehmen völlig neue Käufergruppen.

Die zunehmende Internationalisierung der Märkte und eigene Wachstumsziele veranlassten Arnold André 1988, eine Kooperation mit dem niederländischen Traditionsunternehmen Elisabeth Bas (EBAS) einzugehen. EBAS half André, den Export eigener Marken weltweit zu intensivieren, im Gegenzug fanden die Niederländer einen zuverlässigen und erfolgreichen Partner für den Vertrieb ihrer Marken (LA PAZ, WILLEM II) in Deutschland. Nach mehreren Umfirmierungen in den Folgejahren wurde EBAS in den international operierenden Konzern SWEDISH MATCH (Stockholm) integriert. Swedish Match hält heute 40% der Anteile an Arnold André.

Mit der LA AURORA S.A., der ältesten Zigarrenmanufaktur der Dominikanischen Republik, verbindet André seit Ende der 90er Jahre eine sehr enge und erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit der Übernahme des Deutschlandvertriebs handgerollter Zigarren der Marken LEÓN JIMENES und LA AURORA gelang André ein erfolgreicher Start in das Geschäft mit Longfiller Premium Zigarren.

Von 2011 bis 2016 übertrug die Baseler Oettinger Davidoff AG Arnold André die Verantwortung für den nationalen Vertrieb der Marke DAVIDOFF und weiterer Zigarrenspezialitäten wie z.B. CAMACHO, AVO UVEZIAN und THE GRIFFIN’S.

Weitere Vertriebsübernahmen kamen in Form der bedeutendsten italienischen Zigarrenmarke TOSCANO, der Marken BRICK HOUSE und EL BATON des amerikanischen Anbieters J. C. Newman Cigar Company und der Marken des belgischen Traditionsunternehmens J. CORTÈS hinzu.

Bereits 2009 übernahm Arnold André den Deutschlandvertrieb der weltbekannten Pfeifentabake von MAC BAREN und seit 2014 auch für die Produkte von Peterson of Dublin.

Mit JOYA DE NICARAGUA Clásico und Joya Red kamen 2015 zwei Top-Marken aus Nicaragua in den deutschen Vertrieb.

Arnold André hat sich in den letzten Jahren in jeder Beziehung deutlich internationaler aufgestellt. So werden mittlerweile weit über die Hälfte der in Königslutter produzierten Zigarren und Cigarillos ins Ausland exportiert – Tendenz steigend. Dies ging einher mit der Gründung eigener Vertriebsgesellschaften in Frankreich (2006) und Portugal (2011), den mit Deutschland für André wichtigsten europäischen Märkten.

Aber nicht nur aus Sicht vertriebsstrategischer Planungen waren geeignete Maßnahmen umzusetzen, auch die immer intensivere Teilnahme mit Eigenmarken am weltweiten Longfiller-Geschäft und der Wunsch nach produktionstechnischer Unabhängigkeit von Deckblatt-Zulieferern erforderten entsprechende Investitionen. Folgerichtig wurde 2011 in der Dominikanischen Republik ein eigenes Werk errichtet.

Schon ein Jahr später konnte die Herstellung von Deckblattzuschnitten (Bobinierung) von Indonesien in das eigene Werk in Santiago de Los Caballeros verlagert werden. Bisherige Jahresproduktion: beeindruckende 250 Millionen Deckblätter. Knapp vier Jahre nach der Gründung beschäftigt das Unternehmen unter der Leitung des dominikanischen Zigarren-Spezialisten José Leocadio Vasquez über 360 Mitarbeiter.

Bei der Arnold André Dominicana S.R.L. werden alle eigenen Longfiller-Marken gefertigt– handmade versteht sich. Dazu gehören CARLOS ANDRÉ Familiy Reserve, BUENA VISTA und – ganz neu – der Intertabac-Star 2016: BEAST Handcrafted Cigars

Das aktuelle Markenportfolio von Arnold André, heute einer der größten Anbieter Europas, repräsentiert die Welt des stilvollen und vielfältigen Tabakgenusses. Die Herstellung, der Import und der Vertrieb von hochwertigen Zigarren ist das Geschäft, das Arnold André seit fast zweihundert Jahren betreibt. Produziert wird in Deutschland und der Dominikanischen Republik, verkauft in der ganzen Welt. Der Mittelpunkt dieses globalen operierenden Unternehmens liegt im ostwestfälischen Bünde, Standort der Firmenzentrale. „Bünde ist meine Heimat.

Hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich den Duft der Tabakblätter aufgesogen und die Zigarrenproduktion als Lebensmittelpunkt meiner Familie erfahren“, sagt Axel-Georg André, Mehrheitsgesellschafter und Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Bünde ist der zentrale Ort unserer Familien- und Firmenchronik. Tradition ist nicht alles, aber gerade in unserem Metier nicht ohne Grund enorm wichtig.“

Das Familienunternehmen ist stolz auf seine Herkunft. Zu Bünde gibt es keine Alternative. Hier sind Infrastruktur und wichtige andere Standortfaktoren optimal, hier liegt der Tabak förmlich in der Luft. Und nur hier konnte sich eine Firmenkultur entwickeln, der das Unternehmen mit den Worten „Be in good company“ Ausdruck verleiht: „In guter Gesellschaft zu sein bedeutet für uns: Wer mit uns kommuniziert, handelt und arbeitet, hat mit seriösen, verlässlichen und respektvollen Menschen zu tun. Wir sind im geschäftlichen Umgang verbindlich, wir respektieren und beachten die menschlichen und emotionalen Aspekte geschäftlichen Verhaltens und Entscheidens.“ Photo-Credit: Susie Knoll

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