Freitag, Dezember 15. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.17, NO.14 | ISSN 2366-6781
Der glorreiche Weg der kubanischen Zigarre

Der glorreiche Weg der kubanischen Zigarre

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Havanna – dieser Begriff hat einen geradezu magischen Klang in der Welt der Zigarren.

Die kubanische Zigarre ist Markenzeichen und Statussymbol zugleich und noch heute zählen die braunen Kunstwerke, die in mühevoller Handarbeit hergestellt werden, zu den besten der Welt. Mit Marken wie „Romeo y Julieta“, „Cohiba“ und „Montecristo“ sucht das sozialistische Eiland heute den wirtschaftlichen Niedergang zu verhindern.

Die erste Zigarrenmanufaktur Havannas, die von der Stadt verwaltete „Casa de Beneficiencia“, öffnete ihre Werkstätten im Jahre 1799. Dieses Datum markiert die Geburtsstunde der kubanischen Zigarre, die in kurzer Zeit unter der Bezeichnung „Havanna“ zu Weltruhm gelangen sollte. Zwar gab es schon seit Jahrzehnten in der kubanischen Hauptstadt zahlreiche kleine Werkstätten, aber die Zigarren wurden hier nur heimlich hergestellt. Die steigende Beliebtheit der „Havanna“ führte schließlich dazu, daß Spanien 1817 sein seit 100 Jahren bestehendes Handelsmonopol für Tabak und Zigarren aufhob und die Hafenstadt Havanna die Funktion Sevillas im Tabak- und Zigarrenhandel übernahm. Die Manufakturen schossen wie Pilze aus dem Boden und nach wenigen Jahren lag ihre Zahl schon bei vierhundert.

Sträflinge und Galeeren

Verbunden mit dem rasanten Anstieg der Zahl der Zigarrenwerkstätten war ein großer Mangel an Arbeitskräften. In der Not griffen die Manufakturbesitzer sogar auf Sträflinge zurück. Viele der begehrten Havannas wurden infolgedessen in den Kellern von Gefängnissen gefertigt. Aus dieser Zeit resultiert die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Galera für die Werkstätten der Zigarrenmacher, da die Keller oft an Schiffsbäuche erinnerten.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden viele der teilweise noch heute existierenden legendären Havanna-Marken. Seit 1825 steht die Marke „H. de Cabañas y Carbajol“ im Handelsregister von Havanna. Im Jahr 1827 kam die „Partagas“ hinzu. Sie wurde von Jaime Partagas gegründet, einem Besitzer von Tabakpflanzungen in der Pinar-del-Rio-Region. Seine Zigarrenmanufaktur schrieb von Beginn an schwarze Zahlen. Doch der Erfolg währte nicht lange. 1864 wird Jaime ermordet, und José, sein Sohn und Nachfolger, hat von seinem Vater nicht das Talent geerbt, solch ein Unternehmen zu leiten. Die Manufaktur wird von José Bances erworben.

Ebenfalls zu Beginn des 19. Jahrhunderts rufen zwei Katalanen, Miguel Jané y Gener und Juan Comill y Pi, die Zigarrenmarke „Hoyo de Monterrey“ ins Leben. Hergestellt wird sie in der Fabrik „La Majagua“. Ein Neffe Miguels, José Gener, ein autoritärer wie tüchtiger Mann, gründete später die Fabrik „La Escepción“ (der orthographische Fehler verleiht der Marke noch heute Berühmtheit). 1867 gründet er zusammen mit seinem Onkel die Firma „José Gener y Miguel“, sodann mit seinen Brüdern die Firma „José Gener y Cia“ und schließlich „José Gener y Batet“. 1834 entstand „Por Larrañaga“ und 1840 die Marke „Punch“. Bei der Namensgebung der Letzteren stand das englische Satiremagazin Punch Pate, dessen Wahrzeichen im Cartoon-Teil noch heute die komische Figur „Punch“ ist (vergleichbar mit dem deutschen „Kasperl“).

Gegründet wurde die Fabrik, in der die erste „Punch“ hergestellt wurde, von einem gewissen Herrn Stockmann, einem Deutschen, der hier auch Untermarken für den heimischen Verbrauch herstellen ließ. Der Erfolg der „Punch“ ließ nicht lange auf sich warten, und der glückliche Besitzer verkaufte alsbald seine Goldgrube. So gelangte die Fabrik 1875 in die Hände von Buenaventura Parera, wird jedoch schon 1884 von Fernando López Fernandez übernommen, dem damaligen Besitzer von „Juan Valle y Cia“. Der Bruder Fernandos, Manuel López leitete die Fabrik bis zu seinem Tod im Jahre 1925. 1844 wird „H. Upmann“ als Marke registriert, 1845 „La Corona“, 1848 „El Rey del Mundo“ und 1850 „Romeo y Julieta“.

Im Jahre 1861 existierten auf der Insel 1217 Zigarrenfabriken, von denen sich 516 in Havanna auf den Export spezialisiert hatten. Binnen kurzer Zeit eroberten die edelsten Marken die europäischen Märkte. Das Zigarrenrauchen kam in Mode. Die Zigarre hatte sich in der feinen Gesellschaft zum Symbol des Erfolgs und der Erfolgreichen entwickelt.

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