Freitag, Dezember 15. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.16, NO.07 | ISSN 2366-6781
Miguel Angel Jimenez

Kubanische Zigarren, Golf, Und ein Mann der beides liebt

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Zigarren waren bisher ein beständiger Teil der Golf Kultur, doch im Laufe der Jahre beobachten Enthusiasten eine stetige Veränderung dieser Tradition. Während des Golfspiels eine Zigarre zu rauchen verstärkt den Genuß, sowohl den der Zigarre als auch den beim Spiel.

Es gibt nur wenige Menschen, die Löcher in die Luft starren, während sie eine Zigarre rauchen. Jeder macht etwas. Jemand liest ein Buch, ein Anderer geht dabei spazieren oder lauscht einem Hörspiel. „Golf und Zigarre gehören zusammen, wie der Handschuh zum Schläger“, sagte einmal Dale Tayler, Präsident der Cigar Association von Washington. „Das ist wahrscheinlich bei vielen der einzige Zeitpunkt, wenn sie mal rauchen“, ergänzt er.

Mit Fluppe am Abschlag

Auch Golfprofi Miguel Angel Jiménez ist leidenschaftlicher Zigarrenraucher und kann sich Golf ohne Zigarre niemals vorstellen: „Ich weiß gar nicht, worin das Problem besteht. Wir sind unter freiem Himmel“. Jiménez ist einer dieser Enthusiasten, der den Spaß beim Golfspiel wieder in den Vordergrund bringen will. Er erzählte wie ihn mal ein Paparazzi ohne Zigarre beim Golfen fotografiert hat und er ihn im Golfcart über das gesamte Grün jagte. Niemand soll ihn ohne seine Zigarre fotografieren.

Zigarren und Golf passen gut zusammen. Zumindest wenn man sich gestandene Haudegen wie Miguel Angel Jimenez, Darren Clarke, Rocco Mediate oder Hobby-Golfer Michael Jordan anschaut. Zu den Jungs passt die dicke Cohiba einfach – auch auf dem Golfplatz. Kein Wunder, dass Zigarren-Werbung in den amerikanischen Golfzeitschriften ein großes Thema ist: Kaum ein Titel kommt ohne die Werbeseiten für Havanna, Montechristo & Co. aus.

Auch Darren Clarke zählt zu den absoluten Zigarren-Fans. Gerüchten nach gibt der Pro aus Nordirland etwa 25.000 Pfund pro Jahr für seine Leidenschaft aus. Doch weitaus weniger bekannt ist, dass der mittlerweile 41-Jährige früher Kettenraucher war und erst seit etwa drei Jahren vom Suchtmensch zum Zigarrengenießer geworden sein soll. Allerdings wurde Clarke – laut Aussage eines Golf.de-Lesers (siehe Kommentar) – aktuell bei der KLM Open gesichtet, als er auf der Runde wieder seine Nerven mit Zigaretten beruhigte.

Rauchverbot wieder aufgehoben

Beim Masters wurde im letzten Jahr zum ersten Mal das Rauchen verboten. Allerdings nur für Besucher. Denn die Spieler legten bereits bei der US Open 2008 in Torrey Pines ihr Veto ein als Sie mit einem prinzipiellen Rauchverbot konfrontiert wurden. In San Diego (Torrey Pines, der Austragungsort der US Open 08, gehört zur Stadt San Diego) ist das Rauchen in Parks, an Stränden und auf öffentlichen Golfplätzen bereits seit Mitte 2006 verboten. Als die Verantwortlichen das Verbot auch beim zweiten Major des Jahres durchsetzen wollten, rebellierten einige der Profis. Darunter Spaniens Aushängeschild Jiménez: „Ich denke nicht, dass das fair ist“, kommentierte der Zigarren-Aficionado die Regelung. Und tatsächlich: Während den Zuschauern zum ersten Mal bei einem Major nur der Griff zum Nikotinpflaster blieb, durften Spieler, Caddies und Angehörige der Profis („inside the ropes“) fröhlich weiterpaffen. | Credit: Timo Schlitz Golf.de

Miguel Angel Jiménez – Ein Lebemann mit andalusischen Wurzeln

Im professionellen Golf ist Leistung gefragt, immer mehr Jungprofis streben nach dem großen Erfolg und der Teilnahme an den bedeutenden Turnieren. Doch ein Mann auf der European Golf Tour sticht heraus und zeigt die Individualität und Exzentrik, die im Golfsport noch immer steckt: Miguel Angel Jiménez.

Der Spanier Miguel Angel Jiménez (*1964) fällt alleine schon durch sein äußeres Erscheinungsbild auf. Sein wild gelocktes Haar, welches er gerne zu einem Pferdeschwanz zusammenzurrt, sein sonnengegerbtes Gesicht mit vielen Sommersprossen und sein grauer Bart sind nur die Grundfassade des exzentrischen Gemütes vom absoluten Genussmenschen und Publikumsliebling. Egal wo er hinkommt, überall lieben ihn die Massen und jubeln ihm beim Golfspielen zu. The Mechanic nennen sie ihn wegen seinem gleichmäßigen Schwung. Der ist unorthodox und hat mit der Lehre von Golf-Gurus nichts zu tun. Aber er ist erfolgreich.

Die andalusische Frohnatur ist bekannt für seine Vorliebe für kubanische Zigarren, guten Rioja Wein, alten Whiskey, viele Espressi und schnelle Autos. Ein Lebemann wie er im Buche steht. Vor einer Golfrunde steht er meist tiefenentspannt, eine Zigarre rauchend, auf der Driving Range bis die Aufwärm-Routine beginnt. Selbst dann noch zieht er gerne an einer Cohiba, so lässig ist der Typ. Auch das versprüht einen ganz besonderen Charme und erinnert weniger an ein sport-wissenschaftliches Dehnprogramm als vielmehr eine lockere Tanzeinlage mit ein paar Stretchingelementen.

Ein absoluter Publikumsliebling

Doch nicht nur Fans, sondern auch andere Golfer sind fasziniert von der Lockerheit und Lebensfreude des Andalusiers. So schrieb Keagan Bradley auf Twitter: „Bin nach meiner Runde auf der Range Miguel A Jimenez lief gerade mit einer dicken Aviator-Sonnenbrille, Zigarre und einer Flasche Wein vorbei. Wahrscheinlich der coolste Typ den es gibt.“

Vom Autoschrauber zum Vollprofi

Doch der Ruhm und die Beleibtheit kam nicht über Nacht. Alles musste sich der Malagueno hart erarbeiten. Er wurde 1964 in Málaga als fünfter von sieben Brüdern geboren und schmiss mit 15 Jahren die Schule, um in einer Autowerkstatt sein erstes Geld zu verdienen. Danach begann er in der Nähe Malagas im Torrequebrada Golf Club als Ballsammler und Caddie zu arbeiten. Mit 18 Jahren, inspiriert durch sein Idol Seve Ballesteros, entschied er sich Profi zu werden.

Seit dem hat er auf der europäischen Tour 22 Titel gewonnen und kann sich drei Ryder Cup Titel zu gute Schreiben. Diese sind auch seine schönsten Erfahrungen und Siege im professionellen Golfsport.

Er sagt: „ Ich bin ruhig und gelassen und kann mit jedem zusammenspielen.“ Es zeigt die soziale und mannschaftorientierte Seite des zweifachen Vaters. Aber auch außerhalb des Platzes zeigt Jimenez sein soziales Engagement und hat in der Nähe Malagas eine Golf Akademie für 7-18 Jährige Kinder aufgebaut, um ihnen den Golfsport zu einem niedrigen Preis näher zu bringen.

Im Mai letzten Jahres heiratete er in zweiter Ehe seine langjährige österreichische Freundin Susanne Styblo. Es scheint so als würde er mit den Jahren immer erfolgreicher und beliebter werden. Ganz so wie ein guter Wein. Je älter desto besser.

Zigarren als Preisgeld

Die spanische Golflegende Miguel Angel Jimenez will sich sein Preisgeld bei den Golfturnieren nur noch in Zigarren auszahlen lassen: „Mein Steuerberater riet mir dazu, weil ich ohnehin mein ganzes Geld in Habanos verqualme.“ | Credit: Lamin Heinisch Spanien Reisemagazin / Redaktion Köln

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