Freitag, November 24. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.16, NO.05 | ISSN 2366-6781
Wein und Zigarre

Das erste Mal mit einer netten Kubanerin

Images/Text by

Lange bevor es teure Autos, edle Armbanduhren an Handgelenken gab, brachten Männer von Welt ihren Status mit der Zigarre zum Ausdruck.

Obwohl die Zigarre eine Zeitlang von Zigaretten, insbesondere vom Hype der elektronischen Zigarette verdrängt wurde, blieben ihr wahre Genießer (Aficionados), immer treu. Es ist nicht mehr der en vogue gekleidete Bonze, der mit einer Zigarre im Mund sein Geld zählt. Denn für eine gute Zigarre muß man nicht mehr so tief in die Tasche greifen. Zigarren sind in dieser Zeit für jeden erschwinglich und schaut man sich in den Cigar Lounges um, sieht man tatsächlich Menschen wie Du und Ich. Zigarre rauchen ist also keine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Geschmacks. Wer edlen Wein oder einen feinen Tropfen Whisk(e)y schätzt, der ist ein guter Kandidat für den Genuß einer herrlichen Zigarre.

Die meisten Menschen schreckt es ab Zigarre zu rauchen, weil sie sich genieren im Umgang mit ihr ungeschickt zu erscheinen. Daran gemessen besitzt die Zigarre immer noch sehr große Symbolkraft.

Wer also in der Gegenwart anderer Menschen gehemmt ist eine Zigarre zum ersten Mal zu rauchen, der kann mit ein wenig Informationen auch durchaus zu Hause vorher etwas üben.

  1. Worauf beim Kauf achten
  2. Zigarre anzünden und anschneiden oder sogar bohren
  3. Zigarre paffen nicht rauchen

Worauf sollte man beim Kauf einer Zigarre achten?

Gute Zigarren lagern in einem Humidor, einem Raum, der mit einem Befeuchtungssystem ausgestattet ist um die für Zigarren ideale Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 68 bis 75 % zu halten. Ein solcher Raum kann eine Kiste sein, aber auch ein Zimmer. Renommierte Zigarrenhändler bieten einen begehbaren Humidor, in dem sie die begehrten Stücke präsentieren.

Doch welche Zigarre sollte es zu Beginn sein?

Klein fängt man an. Das gilt auch bei Zigarren. Nicht zu stark sollte sie sein. Um sich selbst beim ersten Zigarrengenuß eine Chance zu geben empfiehlt sich das Format Robusto.

Eine Zigarre im Format Robusto liegt gut in der Hand, hat einen ausreichenden Durchmesser und wird nicht allzulange geraucht. Dafür ist sie aber voller Geschmack. Also genau das Richtige für Einsteiger.

Eine nette Kubanerin

Um die Erwartungen an eine Zigarre sofort zu befriedigen, sollte man gleich zu Anfang eine echte Kubanerin wählen. Eine Juan Lopez Seleccion No. 2. Sie ist sehr günstig und auch unter echten Kennern ein kleiner Geheimtip. Vom ersten Zug an entfaltet sich bei der Juan Lopez Seleccion No. 2 ein volles intensives kubanisches Aroma.

Zigarre anzünden und anschneiden oder sogar bohren

Bevor die Zigarre verkostet wird, riecht man ihr. Schon der Kaltgeruch gibt Aufschluß über vorhandene Aromen. Drückt sie sanft, rollt sie zwischen den Fingern um Rückschlüsse auf eine gute Lagerung ziehen zu können. Ist der Widerstand federnd, hält man eine ausgezeichnete Zigarre aus guter Lagerung in der Hand.

Öffnen der Zigarre

Nun kann man die Zigarre anbohren. Die ersten Zigarren die man raucht sollte man grundsätzlich anbohren. Eine schöne Öffnung am Zigarrenkopf gewährleistet einen bröselfreien Rauchgenuß. Ist man routinierter, kann man die Zigarre anschneiden, nachdem sie getoastet ist. Darauf achten, dass das Feuer weder durch Benzin noch durch Schwefel betrieben wird, denn dann hat man den jeweiligen Geschmack in der Zigarre.

Professionelle Zigarrenraucher toasten die Zigarre bevor sie sie anschneiden. Toasten bedeutet das Fußende der Zigarre über eine Flamme halten, um sie behutsam zu erwärmen. Würde man schon jetzt die Zigarre anschneiden, bildet sich eine Art Schornsteineffekt, bei dem die Gase durch die Zigarre nach hinten durchziehen und den gesamten Geschmack der Zigarre verfälschen. Nikotinstarken Zigarre sollten nicht angebohrt, sondern mit einer Zigarrenschere oder einem Rundcutter geöffnet werden weil sich der Nikotin an der konisch verlaufenden Zigarrenöffnung ablagert und die Zigarre damit verschließt.

Nachdem man nun die Zigarre etwas getoastet hat, kann man leicht daran ziehen und darauf achten, dass schon früh ein gleichmäßiger Abbrand erfolgt. Ein bis zweimal in der Minute an der Zigarre ziehen reicht vollkommen. Ansonsten wird sie zu heiß, wodurch die Aromen scharf und bitter wirken. Die Zigarre bis zum letzten Drittel paffen, nicht inhalieren, dann in den Aschenbecher legen und auf keinen Fall die Zigarre wie eine Zigarette ausdrücken. Wegen der fehlenden Sauerstoffzufuhr lodert der Stumpen auf und qualmt um so stärker. In Kennerkreisen ist es deshalb ein absolutes No-Go.

Welches Getränk?

Welche Getränke passen zu einer guten Zigarre? Jedes Getränk kann mit einer Zigarre harmonieren. Die Betonung liegt hier im wahrsten Sinne des Wortes auf Harmonieren. Kräftige Zigarren passen ideal zu Whisky, milde hingegen passen besser zum Wein. Vor allem komplexe, reife Weine können so weiterhin die aromatische Vielfallt am empfindlichen Gaumen ausüben.

Über 2.800 Personen gefällt Cigar Journal. Zeige deinen Freunden, dass dir das gefällt.
Tags:

Für viele waren die ersten Zigarren anfangs nur ein Hobby, bis sie sich zu einem eigenen Lebensstil entwickelten. Das Cigar Journal greift diesen Lebenswandel auf und bietet dem anspruchsvollen Aficionado, vor allem mit dem eJournal, eine leidenschaftlich aufbereitete Lektüre rund um das Thema Zigarre.

Newsletter Air Absender: Cigar Journal

Aktuelle Beiträge zu Literatur

Ludwig Erhard

Der Dicke mit der Zigarre

Es gibt Erhard-Preise, Erhards Erben, Erhard-Seminare, demnächst ein Museum und einen Lehrstuhl.