Donnerstag, Oktober 19. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.17, NO.14 | ISSN 2366-6781
Der glorreiche Weg der kubanischen Zigarre

Der glorreiche Weg der kubanischen Zigarre

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Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Zigarrenmanufakturen zum wichtigsten Faktor der kubanischen Wirtschaft geworden.

Sie beschäftigten mehrere zehntausend Arbeiter und Angestellte. Der Einfluß der Zigarrenmanufakturen auf die Geschicke des Landes war daher recht groß.

Intellektuelle des Proletariats

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Institution des Vorlesers, die zu dieser Zeit, aufgrund einer Kampagne der Wochenzeitschrift für die Tabakindustrie „La Aurora“ entstand, die die Vorteile des öffentlichen Lesens herausgestellt hatte. Der Titel des ersten Buches, das vorgelesen wurde, lautete „Die Aufstände unseres Jahrhunderts“. Bezeichnenderweise verwandelten sich die Pulte der Vorleser in den Werkstätten bald in Tribünen des freien Denkens und dies verschaffte den Arbeitern in den Zigarrenfabriken den Beinamen „Intellektuelle des Proletariats“.

Auf Kuba brachen unruhige Zeiten an. Als 1868 die Kämpfe um die Unabhängigkeit von Spanien und die Abschaffung der Sklaverei begannen, verließen viele Tabakarbeiter aufgrund politischer Verfolgung die Insel. Viele gingen nach Key West in Florida, worauf sich dort schon bald eine Tabakindustrie entwickelte. Einige ausländische Geschäftsleute zogen daraus ihren Nutzen. Die ersten Tabaktrusts wurden in Kuba gegründet. 1887 gründete der Holländer Gustave Anton Block mit Hilfe englischer Fonds die Firma „Henry Clay and Block Company Ltd“ die schließlich 66 Marken anbot, darunter „La Flor“, „El Aguila de Oro“ und „La Intimidad“.

Die Freiheitsbewegung kämpfte, von den kubanischen Tabakarbeitern in Florida unterstützt, weiter. Als 1895 der große Freiheitskämpfer und Schriftsteller José Martí zum Widerstand gegen die spanische Herrschaft aufrief, hatte er seinen Aufruf in ein Zigarrendeckblatt gerollt. Der Befreiungskrieg gegen die Spanier weitete sich aus und mündete in den Spanisch-Amerikanischen Krieg. Im Dezember des Jahres 1898 verzichtete Spanien auf sämtliche Ansprüche, die Kuba betrafen. Bis 1902 stand Kuba dann unter amerikanischer Kontrolle.

In dieser Zeit wurde die „Havana Commercial Company“ gegründet, allgemein „American Trust“ genannt, ein Ableger der „American Tobacco Co“. Im Jahre 1902 gehörten diesem Trust 291 Marken an. Schließlich beherrschten drei große Vereinigungen 60 Prozent der Zigarrenproduktion und nur wenigen Fabriken gelang es damals, sich gegen die Übernahme durch einen Trust zur Wehr zu setzten. Zu den Wichtigsten, denen dies gelang, zählten „La Escepción“ von José Gener, dessen Unternehmen nach seinem Tode im Jahre 1900 an Ramon Fernandez und Fernando Palicio verkauft wird, außerdem „H. Upmann“, „Por Larrañaga“, „Romeo y Julieta“ und „Partagas“.

„Partagas“ wurde im Jahre 1900 von Ramon Cifuentes und José Fernandez erworben. Die Familie Cifuentes gründete in der Folgezeit ein wahres Zigarrenimperium mit Handelsmarken wie „La Intimidad“ und „Ramon Allones“. Später zwingt sie Fidel Castros Revolution, Kuba zu verlassen. Sie emigrieren nach Florida und widmen sich fortan dem Handel mit Deckblättern. Schließlich bringen sie wieder die Marke „Partagas“ auf den Markt, und zwar mit der Unterstützung von „General Cigar“, woraus sich erklärt, warum heute zwei Marken mit dem Namen „Partagas“ existieren, nämlich eine aus Kuba und eine aus der Dominikanischen Republik.

1903 kaufte der exzentrische Milliardär „Pepin“ Fernandez Rodriguez die 1850 gegründete Marke „Romeo y Julieta“ auf. Dank einer Werbekampagne, die es bis dato in dieser Intensität noch nicht gegeben hatte, eroberte die Marke binnen kurzer Zeit den internationalen Markt. „Pepin“ bot seine Zigarren vorzugsweise auf den Pferderennbahnen der Welt an, auf denen seine Stute „Julieta“ in Aktion trat. Das wohl bekannteste Liebespaar der Weltliteratur lebt nicht zuletzt in der „Romeo y Julieta“ fort – einer der auf der ganzen Welt berühmtesten und am meisten geschätzten Havanna-Marken.

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