Mittwoch, August 23. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.17, NO.30 | ISSN 2366-6781
ROLLS-ROYCE PHANTOM

Rolls-Royce Phantom VIII: Architektur des Luxus

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Die drei noch fehlenden Exponate der Rolls-Royce Phantom Ausstellung in London sind enthüllt.

Nichts Geringeres als das beste Auto der Welt hatte Sir Henry Royce im Sinn, als er 1925 das erste Phantom-Modell der von ihm und seinem Partner Charles Rolls gegründeten Automobil-Manufaktur vorstellte. Genau 92 Jahre später ist es der gleiche Anspruch, mit dem Rolls-Royce Motors Cars die achte Generation ihres Spitzenproduktes präsentiert. Am heutigen Abend erlebte es in London seine Weltpremiere.

Wie immer, wenn die Luxusmarke der Öffentlichkeit ein neues Produkt zeigt, geht es um mehr als die Versammlung von Spitzentechnologie, höchstem Komfort und edler Handwerkskunst. Im aktuellen Fall sieht der Hersteller das Fahrzeug mit einer tieferen Bedeutung aufgeladen, die sich in dem Begriff „Architektur des Luxus“ subsumiert. Im Unterschied zu Massenherstellern, die zur Kostenreduzierung gemeinsame Plattformen für verschiedene Modelle entwickeln, liege die Zukunft wahrer Luxuriösität in kleinen Stückzahlen und individueller Fertigung.

„Diese Erkenntnis war ein Moment der Klarheit über die Bestimmung von Rolls-Royce“, sagt Vorstandschef Torsten Müller-Ötvös. „Die Architektur des Luxus“, ergänzt Entwicklungschef Philip Koehn, werde auch das prägende Element künftiger Rolls-Royce-Schöpfungen sein, nicht nur für das SUV-Projekt Cullinan, sondern auch die Nachfolgemodelle von Ghost, Wraith und Dawn „werden auf dieser Architektur fahren“.

Zentraler Werkstoff dieser Architektur ist Aluminium. Insgesamt sei die Karosseriestruktur damit nicht nur leichter, sondern auch um etwa 30 Prozent steifer als die Spaceframe- Konstruktion des Vorgängers. Kernstück des Antriebs ist ein 6,75 Liter großer V12-Motor, der 420 kW / 571 PS leistet. Das ZF-Acht-Gang-Getriebe hat die Aufgabe, maximal 900 Newtonmeter Drehmoment so für die Hinterachse zu portionieren, dass die sprichwörtliche anstrengungslose Beschleunigung mit dem Reibwert des Straßenbelags in Einklang bleibt. „Vorausschauendes Fahren“ sollen zwei Kameras gewährleisten, die auf die vor dem Phantom liegende Fahrbahn ausgerichtet sind und Daten für die angemessene Fahrwerkseinstellung liefern.

Um den Insassen noch mehr Ruhe zu gönnen, gibt es 6-Millimeter-Doppelverglasung rundum, ferner wurden rund 130 Kilogramm Dämm- und Isolationsmaterial eingebaut. Dass ein komplettes Arsenal an Warn- und Assistenzsystemen an Bord ist, darf vorausgesetzt werden, für Annehmlichkeiten wie Head-up-Display, WLAN-Hotspot und ein Navigationssystem aktuellster Generation gilt gleiches.

Bei der Konzeption des neuen Armaturenbretts habe ein künstlerischer Ansatz die Hand geführt, sagt Designdirektor Gilles Taylor. Kunst, ihre Sammlung und Pflege, sei ein wichtiger Aspekt des Lebensstils zahlreicher Kunden, weshalb der sich auch in ihrem Automobil widerspiegeln soll, lautet hier die Markenphilosophie.

NEW PHANTOM SIDE PROFILE
NEW PHANTOM SIDE PROFILE

Rolls-Royce – The Great Eight Phantoms | The Final Icons

Die drei noch fehlenden Exponate der Rolls-Royce Ausstellung „The Great Eight Phantoms“, die vom 29. Juli bis 2. August bei Bonhams in London stattfindet, sind jetzt enthüllt: So stimmte Queen Elisabeth II zu, dass ihre Staatslimousine – ein Phantom VI – zu sehen ist. Auch wird der Phantom IV zugegen sein, der einst Aga Khan III gehörte – einer von nur 18 Fahrzeugen, die damals ausschließlich für Königshäuser und Staatsoberhäupter gebaut wurden. Zudem wird der erste in Goodwood gefertigte Phantom VII ausgestellt, mit dem am 1. Januar 2003 die Renaissance von Rolls-Royce begann.

Die Staatslimousine von Queen Elisabeth II: der Phantom VI

Als 1977 Queen Elisabeth II ihr silbernes Thronjubiläum feierte, machte ihr der Verband britischer Fahrzeughersteller und Händler eine neue Staatslimousine zum Geschenk: ein maßgeschneiderter Phantom VI. Auffälligstes Merkmal des bei Park Ward aufgebauten Phantom VI ist seine erhöhte Dachlinie, wodurch die Flächen aus gehärtetem Glas noch größer werden. Die Konstruktion ermöglichte es Queen Elisabeth II und anderen Mitgliedern der königlichen Familie, zu sehen und – was noch wichtiger war – gesehen zu werden.

Wie die anderen Fahrzeuge der königlichen Flotte, so bekam – sofern die Königin an Bord war – der Phantom das königliche Symbol des drachenbezwingenden Heiligen Georgs an Stelle der Spirit of Ecstasy. Als Ausnahme wurde ein silberner Löwe benutzt, als Queen Elisabeth II Schottland besuchte. Weitere Besonderheiten sind Halterungen, um das Queen’s Shield und die königliche Standarte aufzunehmen. Das Fahrzeug besitzt eine Zweifarblackierung in Royal Claret und Black Livery und benötigt als Staatsauto kein Nummernschild.

Das Phantom VI war auch am 29. April 2011 im Einsatz, als Prinz William und Kate Middleton heirateten. Die Herzogin von Cambridge und ihr Vater wurden im Phantom VI nach Westminster Abbey gefahren. Sie nutzten die Panorama-Verglasung, um den begeisterten Massen den bestmöglichen Blick auf Kate Middleton zu geben, bevor sie Prinzessin wurde.

Der Phantom IV von Aga Khan III

Der zweite royale Phantom, der in der Ausstellung zu sehen sein wird, gehörte einst Aga Khan III. Dieser war berühmt für die Kombination aus Jetset-Lebensstil als Besitzer und Züchter von Vollblütern (fünfmaliger Derby-Sieger) und seiner Rolle als geistliches Oberhaupt der ismailitischen Nizariten. Aga Khan III war zudem von 1937 bis 1938 Präsident der Genfer Vollversammlung des Völkerbunds.

Aga Khan III mochte die schönen Dinge des Lebens und so war seine Entscheidung für einen Rolls-Royce Phantom IV keine Überraschung. Er war damit einer von nur 18 Staatsoberhäuptern und Mitgliedern königlicher Familien, die einen IV beauftragten. Der Hooper-Aufbau seines Phantom IV hat bemerkenswert fließende Linien. Die Hinterräder sind verkleidet, und die Karosserie ist im Stil eines Coupé de Ville ausgeführt. Den Innenraum prägen kostbares rotes Connolly-Leder. Es dauerte von 1950 bis 1952, dieses Fahrzeug aufgrund der zahlreichen maßgeschneiderten Elemente zu bauen: Ein verstellbarer Spiegel, eine verborgene silberne Bürste nebst Kamm sowie ein eingebautes Diktiergerät und ein vollständiges Picknick-Set zählte unter anderem zu der Ausstattung.

Der erste Phantom aus Goodwood: der Phantom VII

Der erste Phantom aus Goodwood ist jenes Fahrzeug, das im Jahr 2003 die Renaissance von Rolls-Royce einleitete. Damals als „das letzte große Abenteuer der Automobilgeschichte“ bezeichnet, eroberte der Phantom VII den rechtmäßigen Platz von Rolls-Royce als weltweit führende Luxusmarke zurück. Auf den Phantom folgten Ghost, Wraith und Dawn sowie der einzige wahre Ansatz zur Befriedigung der anspruchsvollen Wünsche jedes einzelnen Kunden: Bespoke.

Drei Monate nach seinem Debüt um 00.01 Uhr am 1. Januar 2003 wurde der erste Phantom aus Goodwood von Southampton für sein australisches Debüt im April 2003 nach Perth gebracht. Nach dieser Premiere erlebte der Phantom sein erstes großes Abenteuer in den Händen seines Besitzers: ein 4.500-Meilen-Epos durch Australien. Der Weg führte von Perth nach Adelaide, dann weiter nach Victoria und schließlich entlang der Great Ocean Road bis Sydney.

Der Besitzer sandte tägliche Updates der Fahrimpressionen nach Goodwood und erklärte, dass der neue Phantom ein großartiger Tourer im wahrsten Sinne der Worte sei. Alles funktionierte tadellos. Einzig ein Sturm während der Durchquerung einer Wüste hatte für Sand im Versenkmechanismus der Spirit of Ecstasy gesorgt.

14 Jahre nach seiner Entstehung ist der erste Phantom VII in einem außergewöhnlich guten Zustand. Das ausgestellte Fahrzeug ist eine Leihgabe jener Person, die ihn ursprünglich auch in Auftrag gegeben hatte.

Die Rolls-Royce Ausstellung „The Great Eight Phantoms“ findet vom 29. Juli bis 2. August bei Bonhams in der 101 New Bond Street in London statt.

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