Zigarette

Endet bald die Zigaretten-Ära?

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Deutscher Zigarettenverband: Zigarette bleibt das beliebteste Tabakprodukt – Drogenbeauftragte Mortler: Sind von einem Ende der Ära des Rauchens leider weit entfernt

Der Aussage von Philip-Morris-Chef André Calantzopoulos, die Ära der Zigarette könne bald enden, widerspricht Jan Mücke, Geschäftsführer Deutscher Zigarettenverband (DZV). Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Mücke: „Die Zigarette bleibt auch in Zukunft das beliebteste Tabakprodukt der Deutschen.“ Mit einem „Marktanteil von weit über 90 Prozent am Gesamtmarkt für Tabakerzeugnisse und über 20 Millionen zufriedenen Kunden“ würden Zigaretten und Feinschnitttabak für Zigaretten zum Selberdrehen „auch künftig das Hauptmarktsegment für erwachsene Raucherinnen und Raucher bleiben“, betonte Mücke.

Ähnliches sagte Michael von Foerster, Hauptgeschäftsführer Verband der Deutschen Rauchtabakindustrie, der „NOZ“: „Der VdR steht der Aussage von Philip Morris zum Ende der Zigarette gelassen gegenüber“, sagte Foerster. „Für viele Genießer ist das Rauchen mehr als die reine Nikotinaufnahme. Der ursprüngliche Genuss von frischem Tabak oder einer guten Zigarre ist nicht zu ersetzen.“

Auch bei der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH mit Sitz in Hamburg widerspricht man der Aussage des CEO von Philip Morris energisch: „Tabak ist ein Genussprodukt mit einer jahrhundertelangen Tradition, und kein Signal im Markt spricht für ein Ende dieser Tradition“, sagte Reemtsma-Pressesprecherin Doreen Neuendorf. Aktuell seien „E-Zigaretten im deutschen Markt ein Nischenprodukt mit einem Verwenderanteil auf geringem Niveau“, erläuterte Neuendorf. „Wir sprechen hier von einem niedrigen einstelligen Prozentbereich.“ Unterm Strich sei man jedoch überzeugt, dass der Markt für E-Zigaretten an Bedeutung zunehmen werde.

In einem BBC-Interview hatte André Calantzopoulos, Vorstandschef des weltgrößten Tabakkonzerns Philip Morris, gesagt: „Ich glaube, dass schon bald der Zeitpunkt kommen wird, an dem wir das Ende der Zigaretten-Ära einläuten werden.“

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sieht das Ende der Zigarettenära indes noch nicht gekommen – zu ihrem Bedauern, wie sie im Gespräch betonte: „Solange bei uns jeder Vierte raucht und jedes Jahr über 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums sterben, sind wir von einem Ende der Ära des Rauchens weit entfernt – leider!“ Ob die E-Zigarette einmal substanziell zur Schadensminderung betragen werde, sei noch völlig offen, so die CSU-Politikerin. „Hierfür wird es entscheidend darauf ankommen, was in E-Zigaretten eigentlich verdampft wird. Betrachtet man die heutigen Wirkstoffe der E-Zigaretten können wir mit Sicherheit sagen: Sie sind alles andere als unbedenklich.“

Weltweit rauchen etwa eine Milliarde Menschen, laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich etwa sechs Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Absatz von Zigaretten im 2. Quartal 2016 rückläufig

Im zweiten Quartal 2016 wurden in Deutschland 15,4 % weniger versteu­erte Zigaretten produziert als im zweiten Quartal 2015. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, gingen auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos (– 8,3 %) und die Menge des versteuerten Feinschnitts (– 0,4 %) zurück. Dagegen stieg im Ver­gleich zum Vorjahresquartal der Absatz von Pfeifentabak deutlich um 50,2 %.

Ursächlich für den deutlichen Rückgang ist das Inkrafttreten der EU-Tabakrichtlinie zum 20. Mai 2016 in Deutschland. Diese sieht unter anderem eine Neuregelung der Warnhinweise mit sogenannten „Schockbildern“ vor. Die neuen rechtlichen Bestimmungen erfordern eine technische Umstellung der Produktion. Aus diesem Grund war in den ersten Monaten 2016 eine Vorratsproduktion von Tabakwaren und damit einhergehend ein erhöhter Absatz von Steuerzeichen erfolgt. Im zweiten Quartal 2016 kommt es nun zum Umkehreffekt, der im Vergleich zum Vorjahresquartal zu einem Rückgang beim Bezug von Steuerzeichen führte.

Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2016 Tabakwaren im Kleinverkaufswert (Verkaufs­wert im Handel) von 5,9 Milliarden Euro versteuert. Das waren 0,6 Milliarden Euro oder 9,1 % weniger als im zweiten Quartal 2015. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Steuerzei­chenbezug von Herstellern und Händlern nach Abzug von Steuererstattungen für zurück­gegebene Steuerzeichen (Nettobezug).

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