Hermann Gröhe

Gesundheitsminister Hermann Gröhe stellt Studienergebnisse zur E-Zigarette vor

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Die Ergebnisse von drei Forschungsprojekten zum Thema „E-Zigarette“, die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert wurden, werden heute auf einer Fachkonferenz an der Frankfurt University of Applied Sciences vorgestellt und diskutiert.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärt dazu: „Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Es ist ein Erfolg, dass der Tabakkonsum bei den Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist: Seit 2001 sank der Anteil der Raucherinnen und Raucher unter den 12- bis 17-Jährigen von 27 Prozent auf 8 Prozent im vergangenen Jahr. Dieser erfreuliche Trend darf durch neue Produkte nicht gefährdet werden. Daher müssen wir die Entwicklungen bei E-Zigaretten und ähnlichen Inhalationsprodukten weiterhin aufmerksam beobachten. Dazu gehört auch, dass die Neuregelung im Jugendschutzgesetz, nach dem auch die Abgabe von E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist, konsequent umgesetzt wird.“

Die IFT-Gesundheitsförderung München hat Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tabakentwöhnungsprogramms „Das Rauchfrei Programm“ zum Nutzen der E-Zigarette beim Ausstieg befragt. Im Ergebnis hatte die E-Zigarette einen deutlich negativen Einfluss auf die Abstinenz. Wer die E-Zigarette nutzte, war nach einem Jahr seltener rauchfrei (20 Prozent) als die übrigen Kursteilnehmenden (39 Prozent).

Eine Untersuchung des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) beschäftigte sich mit den Motivationen für den Umstieg auf E-Zigaretten. Über 3.300 E-Zigaretten-Konsumenten wurden befragt. Am häufigsten wurde der Wunsch benannt, das Rauchen von Tabakprodukten zu beenden oder eine Alternative zum Rauchen zu haben.

Qualitative Interviews des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences zeigten, dass nahezu keiner der befragten Jugendlichen E-Produkte täglich konsumierte. Fast alle Befragten konsumierten höchstens ein bis zwei Mal im Monat. In einer ergänzenden Online-Befragung berichteten allerdings 71 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass sie bereits Erfahrungen mit E-Produkten gesammelt haben.

Konsumgewohnheiten und Motive von E-Zigaretten-Konsumenten in Deutschland

Eine Querschnittsanalyse

E-Zigaretten sind den meisten Menschen in Deutschland bekannt und deren Konsum wird kontrovers u. a. hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefahren, einer Aufrechterhaltung der Abhängigkeit sowie einer Verführung zum Rauchen durch das Ausprobieren nikotinhaltiger E-Zigaretten diskutiert.

Ziel der vorliegenden Studie ist es, mittels einer Online-Befragung unter den E-Zigaretten-Nutzerinnen und Nutzern, deren Konsummuster und Konsummotive zu erheben. Die Erhebung fand von August bis Oktober 2015 statt. Insgesamt bilden 3.320 Fragebögen die Basis für die gewonnenen Erkenntnisse. Per Definition konnten nur Personen an der Befragung teilnehmen, die aktuell Konsumierende von E-Zigaretten sind.

Von den 3.320 Teilnehmenden waren:

  • 3.037 (91,5%) ehemalige Rauchende
  • 250 (7,5%) Dual Konsumierende (E-Zigaretten und Tabakprodukte gleichzeitig)
  • 33 (1,0%) Personen, die noch nie Tabakprodukte konsumiert haben

Ehemalige Rauchende und Dual Konsumierende haben einen ähnlichen soziodemografischen Status und weisen eine vergleichbare Tabakrauchbiografie auf. Sie sind im Durchschnitt 40,7 Jahre alt, zu ca. 80% männlich und verfügen über einen Bildungsabschluss, der über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt. Der Einstieg in den regelmäßigen Konsum von Tabakprodukten fand mit ca. 16 Jahren statt und wurde über 22 Jahre mit einer durchschnittlichen Anzahl von über 25 täglich gerauchten Zigaretten aufrechterhalten. Seit ungefähr zwei Jahren nutzen sie E-Zigaretten. 50% der Befragten haben schon mit Hilfe von Nikotinersatzprodukten versucht, den Tabakkonsum zu beenden.

Der Wunsch, das Rauchen von Tabakprodukten zu beenden, bzw. eine Alternative zum Rauchen zu haben und die Vorstellung, dadurch positive gesundheitliche Veränderungen herbeizuführen, war die Hauptmotivation für den Umstieg auf E-Zigaretten. Im Vordergrund stand dabei nicht, kein Nikotin mehr zuzuführen. E-Zigaretten-Konsumierende fühlen sich insgesamt gesünder, vor allem mit dem Rauchen assoziierte gesundheitliche Probleme, wie Husten, geringe Kondition, aber auch eine schlechte Hautbeschaffenheit haben sich verbessert. Diese Veränderungen wurden bedeutsam häufiger von ehemaligen Rauchenden als von Dual Konsumierenden berichtet.

Weitere positive Aspekte, die mit dem Umstieg verbunden sind, sind eine Verbesserung des Geruchs- und Geschmackssinns, keine Belastungen des sozialen Umfelds durch Passivrauch oder Gerüche in Kleidung und Wohnung und eine deutliche Kostenersparnis. Im Vergleich zum Rauchen von Tabakprodukten wird der Konsum von E-Zigaretten als wesentlich gesünder eingeschätzt sowie das Abhängigkeitspotential als sehr viel niedriger. Die körperliche Abhängigkeit, gemessen mit dem modifizierten Fagerström-Test ergab einen niedrigen bis mittleren Wert von 2,6 Punkten (max. 7 Punkte).

Personen, die E-Zigaretten nutzen, vorher jedoch noch nie geraucht haben, weisen keine körperliche Abhängigkeit auf, konsumieren aus hedonistischen Gründen und zu 50% ohne Nikotin. Die Ergebnisse dieser Befragung zeigen sehr viele Übereinstimmungen mit den Befunden internationaler Studien. Unter Harm-Reduktion-Gesichtspunkten könnte die E-Zigarette gerade für langjährige, starke Raucher eine Alternative zum Tabakkonsum. Ein Dualer Konsum von E-Zigaretten und Tabakprodukten ist möglicherweise kritisch zu bewerten und sollte verstärkt untersucht werden. Langzeitstudien zur Toxizität und zum Nutzen bei der Tabakentwöhnung sind dringend erforderlich, ebenso wie die Kontrolle von Geräten und Liquids (Gütesiegel), um für die Konsumenten ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

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