Donnerstag, Oktober 19. 2017 | Magazin für besondere Zigarrenliebhaber | Vol.16, NO.35 | ISSN 2366-6781
Zigarre Cohiba Kiste

Luxus-Zigarrenkisten für die Dominikanische Republik

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Aus dem Traditionsrohstoff Holz hat der ostbayerische Unternehmer Dr. Thomas Koy im Bayerischen Wald eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die inzwischen mehr als 30 Länder der Welt erobert hat. In den nächsten Jahren will der Betrieb weiter wachsen.

Wer sich aus dem Überseeurlaub eine Kiste edelster dominikanischer Zigarren mitbringt oder im Duty-Free-Shop am Flughafen in Dubai exotische Kamelmilchschokolade für die Lieben zu Hause ins Handgepäck steckt, ahnt nicht, dass er dabei auch ein Stück Bayerwald gekauft hat. Eine Manufaktur im Bayerischen Wald produziert hölzerne Luxusverpackungen für Rauchwaren aus der Karibik aus ostbayerischer Fichte, schmuckvolle Kästchen für Süßwaren aus den Emiraten und hölzernes Spielzeug für die ganze Welt. Der Name der 1948 gegründeten Traditions-Holzmanufaktur Max Liebich aus Regen ist inzwischen in über 30 Ländern der Erde ein Begriff.

Zigarrenkisten – leere Schönheiten

Motor der „hölzernen Erfolgsstory“ ist der gebürtige Berliner Dr. Thomas Koy. Er kaufte den Betrieb mit rund 50 Mitarbeitern im Jahr 2010 und brachte ihn zurück auf die Innovationsspur. Über 1.000 Kubikmeter Holz verarbeitet das Unternehmen heute jedes Jahr, das Massivholz kommt dabei ausschließlich aus Bayern. Zurzeit entsteht in Zwiesel ein nach modernsten Standards geplanter Firmenneubau, selbstverständlich aus Holz. Das Gebäude, in das der Einzug für Anfang 2017 vorgesehen ist und für das rund 1.100 Kubikmeter Holz verbaut werden, wird das größte Massivholzbauwerk im Freistaat.

Entstehen soll eine rund 14.000 Quadratmeter große Innovationsschmiede, mit der das Unternehmen auch künftig Maßstäbe beim Thema Verpackungen und Gebrauchsprodukte aus Holz setzen will. Ein Beispiel für den innovativen Geist: „Mittels hochmodernem RFID-Chip können unsere Kunden sogar sehen, wo der Baum einmal gestanden hat, aus dem unser Produkt entstanden ist“, sagt der Firmeninhaber, der seit 2012 auch offizieller Botschafter seiner neuen Heimat Niederbayern ist. „Ich bin stolz auf unser Unternehmen und das, was wir in den letzten Jahren geschaffen haben“, betont er. Holz sei ein wunderbarer Rohstoff. Er wolle dem aus seiner Sicht oft leicht verstaubten Image des Rohstoffs entgegenwirken und zeigen, welch moderner, vielseitiger und zudem nachhaltiger Werkstoff Holz ist.

Ausschließlich zertifiziertes Holz aus Bayern verarbeitet die Manufaktur: Die Fichten stammen aus nächster Umgebung, Buchen, Eichen, Eschen oder Erlen kommen ebenfalls aus der Region. Die Möglichkeit, genau zurückverfolgen zu können, wo das Holz geografisch herstammt, wird bei den Kunden immer beliebter, sagt der Inhaber. Was die Produkte aus Regen besonders macht: Die Holzexperten verzichten komplett auf jede Art von chemischen Zusätzen. Sechs bis neun Tage trocknet das Holz, bevor es weiterverarbeitet wird. Nachhaltigkeit steht auch hier im Mittelpunkt:
Die Energie dazu kommt aus dem eigenen Blockheizkraftwerk, betrieben mit Holzabfällen, die im Betrieb anfallen.

„Vom Woid in d“Wejd“, vom Bayerwald hinaus in die Welt, das ist in den vergangenen Jahren zum Motto des Traditionsbetriebs geworden: Zu den großen Exportschlagern gehören mittlerweile auch Minikrippen in Lasergravur und gedrechselte Püppchen, die sich unter anderem in Taiwan, Japan, Südkorea, USA und Kanada größter Beliebtheit erfreuen. Die US-Amerikaner fahren zudem ganz besonders auf die traditionellen Märchenwürfel ab, die die große Geschichte des einst in den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts beliebten Zeitvertreibs wiederbeleben. „Wir wollen jeden Monat zwischen fünf und acht Neuentwicklungen weltweit schaffen“, sagt Dr. Koy. Höchste Qualität hat dabei oberste Priorität: Die Kundenzufriedenheit liegt nach Firmenangaben seit drei Jahren konstant bei 99,93 Prozent.

Mehr als 90 Prozent der Produktion seien heute Entwicklungen und Erzeugnisse, die direkt nach Kundenwunsch gestaltet werden, auch für den heimischen Markt in Deutschland. Im 500. Geburtstagsjahr des Reinheitsgebots hat die Holzmanufaktur aus dem Bayerwald für bayerische Brauereien bereits mehr als 360.000 hölzerne Biertragerl hergestellt. „Würde man diese aneinanderreihen, würde das eine Länge von mehr als hundert Kilometern ergeben“, sagt Dr. Koy.

Nach wie vor wichtigstes Geschäftsfeld sind die Verpackungen – für Weine und Spirituosen, Öle, Gewürze, Tees, Krawatten, Schuhe, Chirurgen-Bestecke, Pfannen und Kochtöpfe, Münzen und Schreibgeräte. Im Produktionsspektrum findet sich auch Exotisches wie hölzerne Medaillen aus Bayerwaldbuche für die bayerischen Skisprungmeisterschaften. Als zusätzlichen Markt hat die Manufaktur Elemente für die Möbelbranche oder auch Verkaufstürme für den Einzelhandel entdeckt. „Unser Ziel ist es, auch künftig Innovation und Tradition, Regionalität, Nachhaltigkeit und Weltoffenheit zu verbinden“, sagt Dr. Koy. Die neue Firmenzentrale, die Anfang nächsten Jahres fertig wird, soll dann zur Brutstätte werden für neue Ideen, die die Welt erobern. | Credit: obx-news | c/o NewsWork AG

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